Potenzmittel – Erfolgreiche Therapiemöglichkeiten bei Impotenz

Damit ist die bei Männern gefürchtete Impotenz oder Erektionsstörung gemeint. Impotenz kann sowohl organische als auch psychische Ursachen haben. Doch heutzutage ist diesem Schicksal niemand mehr hilflos ausgeliefert. Es gibt mehrere erfolgreiche Therapiemöglichkeiten bei Impotenz.

Medikamentöse Behandlung von Erektionsstörungen

In vielen Fällen können Erektionsstörungen durch die Einnahme potenzsteigernder Medikamente geheilt, mindestens aber verbessert werden. Zur Behandlung sind in Deutschland insbesondere die rezeptpflichtigen PDE-5-Hemmer zugelassen. Bekannt sind darunter vor allem die Potenzmittel Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis), Vardenafil (Levitra) und Avanafil (Spedra).

Potenzmittel für perorale Therapiemaßnahmen

Die Verabreichung der Medikamente erfolgt bei dieser Therapiemaßnahme über den Mund:

  • PDE-5-Hemmer: Die Stärke der Blutzufuhr oder des Blutabflusses in den Schwellkörpern des Penis beeinflussen sowohl das Ausmaß als auch die Dauer einer Erektion. Die Steuerung der Blutzufuhr erfolgt durch die ringförmigen Muskeln in den Schwellkörpern (Corpus cavernosum). Die Muskeln sind im nicht erigierten Zustand angespannt und verschließen die Blutgefäße. Bei sexueller Erregung bildet sich in diesen Muskelzellen cGMP (zyklisches Guanosinmonophosphat). Dieser körpereigene Botenstoff bewirkt eine Entspannung der Muskeln, wodurch die Gefäße sich erweitern, arterielles Blut in die Schwellkörper fließen kann, was dann eine Erektion auslöst. Gegenspieler des cGMP ist das körpereigene Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5), welches das cGMP spaltet und damit die Wirkung hemmt. Patienten mit weniger schweren Erektionsstörungen werden nach entsprechender Diagnostik mit PDE-5-Hemmern versorgt.
    1. Sildenafil: Die Erektion beim Mann, wird wie bereits oben aufgeführt durch ein Gleichgewicht zwischen den beiden körpereigenen Botenstoffen cGMP und cGMP gesteuert. Ersterer führt eine Erektion herbei, der andere baut cGMP ab, wodurch die Erektion wieder abklingt. Sildenafil blockiert das Enzym PDE-5 und sorgt dafür, dass bereits geringe Mengen von cGMP zu einer Erektion führen. Sildenafil wirkt aber nur bei sexueller Erregung des Patienten, da nur dann cGMP, in den Zellen der Schwellkörper aktiviert wird. Klinische Studien belegen das verkaufswirksame Behauptungen wie Steigerung der Libido oder Vergrößerung der Penislänge jeder Grundlage entbehren. Im Gegenteil der Wirkstoff hat bei gesunden Menschen nur wenig Wirkung, mit einer Ausnahme. Die Erholungszeit nach einer Ejakulation wird verkürzt. Des Weiteren sind bestimmte Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Sildenafil ist im Allgemeinen gut verträglich. Als Nebenwirkungen können beispielsweise Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Magenbeschwerden und Schwindelgefühle auftreten. Auch über Fälle von Dauererektion wurde berichtet. Absolut kontraindiziert ist die Anwendung von Sildenafil bei gleichzeitiger Einnahme von Nitrathaltigen Medikamenten zur Blutdrucksenkung (NO-Donatoren). In der Kombination kann es zu einem lebensbedrohenden Blutdruckabfall kommen.
    2. Vardenafil: Der Wirkstoff hemmt ebenfalls das abschwellende Enzym PDE-5, so dass in Wechselwirkung die Konzentration des cGMP wieder ansteigt. Die Wirkung von Vardenafil setzt schon nach 10 Minuten ein und hält bis zu 12 Stunden an. Im direkten Vergleich sind beide Substanzen, sowohl Sildenafil als auch Vardenafil gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind in der Regel nur von kurzer Dauer und verschwinden meistens wieder von selbst. Wie schon bei Sildenafil, ist auch bei Vardenafil die sexuelle Erregung des Patienten Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Ein Teil der Patienten bescheinigt dem Potenzmittel Vardenafil sogar eine etwas mehr zufriedenstellende Wirkung als Sildenafil.
    3. Tadalafil: Der Wirkstoff Tadalafil wurde erstmals im Jahr 2003 unter dem Handelnamen Cialis auf den US-amerikanischen Markt gebracht. Der PDE-5-Hemmer hilft bei Erektionsstörungen auf ähnliche Weise wie die bereits zuvor erwähnten Wirkstoffe. Auch er kann aber keine sexuelle Stimulation ersetzen. Tadalafil darf im Unterschied zu anderen Potenzmitteln problemlos täglich eingenommen werden. Allerdings nur in einer niedrigen Dosierung (5 mg). Die konstante Einnahme in Kombination mit der langanhaltenden Wirkung von bis zu 36 Stunden sorgt dafür, das Patienten rund um die Uhr auch mal spontan sexuell aktiv sein können. Im Vergleich dazu hält die Wirkung von Sildenafil nur zwischen 4 und 6 Stunden, bei Vardenafil 8 bis 12 Stunden und Avanafil 6 bis 17 Stunden an. Mögliche Nebenwirkungen sind die gleichen wie bei den anderen PDE-5-Hemmern. Kontraindiziert ist Tadalafil bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Herzinfarkt), Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelschwäche. Des Weiteren bei Patienten, die gegen niedrigen Blutdruck behandelt werden.
    4. Avanafil: Im Jahr 2014 kam mit Avanafil nach Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil ein vierter weiterer PDE-5-Hemmer auf den Arzneimittelmarkt. Die Wirkung setzt nach 15 Minuten ein und kann bis zu 6 Stunden andauern. Auch Avanafil darf niemals mit nitrathaltigen Arzneimitteln zusammen eingenommen werden. Bei Nichtbeachtung kann es zu einem gefährlichen Blutdruckabfall bis hin zum Herzstillstand kommen.
  • Yohimbin: Die Substanz wird aus den Blättern und der Rinde des in Zentralafrika beheimateten Yohimbe-Baum (Pausinystalia yohimbe) gewonnen. Der Wirkstoff wurde früher oft bei der Therapie von Erektionsstörungen eingesetzt. Die gefäßerweiternde Wirkung beruht auf einer Blockade der in der glatten Muskulatur von Blutgefäßen vorhandenen α2-Adrenozeptoren. Diese Rezeptoren hemmen die Erregungsübertragung im sympathischen Nervensystem des Menschen. Der therapeutische Stellenwert von Yohimbin hat aber seit der Verfügbarkeit von PDE-5-Hemmern zur Behandlung von sexuellen Störungen an Bedeutung verloren, zumal die Wirkung von Yohimbin als schwach und unzuverlässig galt.
  • Apomorphin: Der Wirkstoff wird heutzutage vorzugsweise bei der Behandlung von Parkinson-Patienten verwendet. Bei der Therapie der Patienten wurde zufällig auch eine erektionssteigernde Wirkung von Apomorphin entdeckt. In geringer Dosierung über die Mundschleimhaut verabreicht, wirkt der Stoff potenzsteigernd. Dazu wird eine Lutschtablette mit dem Wirkstoff unter die Zunge gelegt. Die Tablette löst sich innerhalb von 10 Minuten vollständig auf. Die potenzsteigernde Wirkung tritt nach ca. 20 Minuten ein. Neuere Studien zeigen aber, dass eine Inhalation des Wirkstoffes zur Behandlung von Potenzschwierigkeiten wirksamer als die sublinguale Verabreichung ist.

Potenzmittel für topische Therapiemaßnahmen

Im medizinischen Sinn umfasst, dass alle Erektionsmittel die nicht oral einzunehmen sind, sondern in der Regel lokal angewendet werden. Der medikamentöse Wirkstoff wird dabei exakt an der Stelle appliziert, an der er auch wirken soll. Im Falle von Erektionsstörungen also am Penis. Lokale Therapiemaßnahmen sind indiziert, wenn perorale Mittel versagen, wegen ihrer Wirkung auf den gesamten Körper (systemische Wirkung) nicht erwünscht oder kontraindiziert sind. Topische Potenzmittel sind als Injektionen, Minizäpfchen und Cremes verfügbar. Gängige Anwendungsmethoden sind dabei die Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT), die transurethrale Applikation oder das Auftragen einer potenzsteigernden Creme. Zu den am häufigsten eingesetzten topischen Arzneimittel zählen:

  • Alprostadil: Der Wirkstoff kommt in natürlicher Form als Prostaglandin E1 sowohl in Tieren als auch im Menschen als körpereigene Substanz vor. Prostaglandin E1 ist ein vasoaktives körpereigene Gewebshormon, dass die Gefäßmuskulatur und damit die Gefäßweite beeinflusst. Die Substanz bindet an bestimmte Rezeptoren in der Muskelschicht der Blutgefäße und bewirkt eine Erweiterung derselben. Im nicht erigierten Zustand sind die Blut-zuführenden kavernösen Arterien im Penis zusammengezogen, während die Blut-abführenden Venen weit offen sind. Die erektionssteigernde Wirkung von Prostaglandin E1 beruht nun auf einer Relaxierung (Entspannung) der Muskelzellen des Schwellkörpers und der kavernösen Arterien, wodurch sich diese weiten. Infolge dieser Erschlaffung erhöht sich der Zustrom von Blut in den Schwellkörper, wodurch im Gegenzug die kavernösen Venen abgedrückt und der Blutabfluss behindert wird. Das Ergebnis ist die gewünschte Erektion. Synthetisch erzeugtes Prostaglandin E1 wird unter dem Freinamen Alprostadil hergestellt und in Deutschland unter den Handelsnamen, Caverject, MUSE und Vitaros Creme erhältlich.
  • Papaverin: Dieses Potenzmittel ist in natürlicher Form im Milchsaft verschiedener Mohn Arten wie Klatschmohn, Schlafmohn (Opium) enthalten. Durch seine krampflösende und erschlaffende Wirkung auf die Gefäßmuskulatur kommt es zu einer Gefäßerweiterung derselben. Aus diesem Grund ist Papaverin für die Behandlung von Erektionsstörungen indiziert. Vereinzelt wird aber von erheblichen Nebenwirkungen berichtet. Da der Wirkstoff direkt in den Penis injiziert wird, kann es zu mehreren Stunden anhaltenden (in Einzelfällen bis zu 36 Stunden) schmerzhaften Dauererektionen (Priapismus) des Penis kommen, ohne dass aber eine sexuelle Erregung besteht. Des Weiteren sind auch Entzündungen möglich. Der Wirkstoff ist in Deutschland unter dem Handelsnamen „Paveron N“ erhältlich.
  • Cantharidin: Der Wirkstoff kommt in natürlicher Form in verschiedenen Käferarten der Gattung Cantharis bzw. Lytta vor. Bekannt wurde er unter der Bezeichnung „spanische Fliege“. Dem Stoff wird seit langem eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Die Wirkung kommt nicht wie bei den PDE-5-Hemmern, über eine Förderung der Durchblutung, sondern durch Anregung des sexuellen Verlangens im Gehirn zustande.

    Wissenschaftlich ist diese Wirkung aber umstritten, zumal Cantharidin ein starkes Nervengift ist. Von einer unkontrollierten Einnahme ist abzuraten, da die durch Einreiben der Geschlechtsorgane herbeigeführte Erektion sehr schmerzhaft sein kann. Außerdem ist die Dosierung schwierig. Bei Überdosierung kann eine schmerzhafte Dauererektion auftreten und im schlimmsten Fall sogar zu einer bleibender Impotenz führen.

  • Bremelanotid: Dieser relativ neue Wirkstoff war ursprünglich zur Verstärkung von Selbstbräunungscremes vorgesehen. Bei Tests wurde zufällig eine aphrodisierende Wirkung entdeckt. Das Arzneimittel wird seit 2019 zur Behandlung von Libidomangel und sexueller Unlust bei Frauen in den Wechseljahren, unter dem Handelsnamen Vyleesi in den USA vertrieben. Bremelanotid wird zwecks Reduzierung von Nebenwirkungen subkutan injiziert, ist aber in der EU bisher nicht zugelassen.
  • Phentolamin: Die Substanz wirkt im menschlichen Körper Arterien-erweiternd, hauptsächlich aber blutdrucksenkend. Der reine Wirkstoff wird daher üblicherweise für andere medizinische Anwendungsgebiete, z. B. der Behandlung von Bluthochdruck oder Tachykardie (Herzrasen) eingesetzt. In der Kombination mit dem Wirkstoff Papaverin ist Phentolamin aber aufgrund seiner erweiternden Wirkung auf die Blutgefäße und der dadurch erhöhten Blutzufuhr in den Genitalien, auch zur Behandlung von Erektionsstörungen geeignet. Eine Anwendung ist kontraindiziert bei Hypotonie (niedriger Blutdruck), Koronarerkrankungen wie Angina Pectoris, bei Gastritis oder Magengeschwür.
  • Vitaros-Creme: Viele Betroffene mit Potenzproblemen schwören auf dieses Produkt, das in Cremeform erhältlich ist. Ein Vorteil gegenüber anderen Produkten ist, das Patienten keine Tablette einnehmen müssen und das Mittel auch nicht invasiv eingeführt wird. Bisherige klinische Studien bestätigen der Creme eine hohe Erfolgsquote von über 80 %. Die Creme enthält den Wirkstoff Alprostadil. Die Darreichungsform sind kleine Applikatoren (Pipetten) die eine gewisse Dosis der Creme enthalten. Die Creme wird mithilfe der Pipette in die Harnröhre eingebracht und wirkt bereits nach fünf bis 30 Minuten. Die Dauer der Erektion beträgt in den meisten Fällen ca. 1-2 Stunden. An Nebenwirkungen kann manchmal ein brennendes Gefühl, Juckreiz oder Ausschlag am Penis, Taubheitsgefühle sowie Entzündungen auftreten. In seltenen Fällen kann es auch zu Schwindel, Hodenschmerzen oder niedrigem Blutdruck kommen. Die Benutzung eines Kondoms ist anzuraten, da die Creme auch bei der Partnerin ähnliche Beschwerden auslösen kann. Die Vitaros-Creme wird in Deutschland von der Fa. Hexal vertrieben.

Derzeit wird von einer britischen Firma ein weiteres neues Potenzmittel zum Auftragen entwickelt. Die Creme soll innerhalb von fünf Minuten erektionssteigernd wirken, dafür hält die Wirkung nur eine halbe Stunde an. Das Präparat wird aktuell an tausend Patienten getestet und soll wahrscheinlich 2021 in Europa auf den Markt kommen.

Die Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT)

Der wirksame Stoff bei SKAT, ist der körpereigene Botenstoff Alprostadil (Prostaglandin E1). Der Wirkstoff wird mit einer extrem dünnen Nadel direkt in die Schwellkörper des Penis injiziert. Die Injektion ist so gut wie schmerzfrei und hat eine Erfolgsquote von 90 %. Sie funktioniert auch bei Patienten, bei denen die für eine Erektion notwendigen Nervenbahnen beschädigt oder unterbrochen sind (z. B. bei einer Querschnittlähmung). Die Injektionen sind u. a. unter dem Markennamen Caverject erhältlich. Eine Behandlung mithilfe der Autoinjektion sollte anfangs grundsätzlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da es infolge von falscher Anwendung zu einer unerwünschten Dauererektion kommen kann. Mögliche Knotenbildungen oder Blutergüsse an der Einstichstelle können vermieden werden, wenn die Einstichstelle täglich gewechselt wird. Zum Beispiel kann die Injektion abwechselnd auf der linken und der rechten Seite des Penis vorgenommen werden. Für Patienten die Injektionen ablehnen oder bei denen klassische Potenzmittel wie Viagra und Co. wirkungslos sind, gibt es eine ganz andere Alternative:

  • Muse (Medikamentöses Urethrales System zur Erektion): Die Methode ist auch als transurethrale Applikation bekannt. Der Wirkstoff Alprostadil wird dabei nicht injiziert, sondern als Zäpfchen in die Harnröhre eingeführt. Das Zäpfchen löst sich auf und der Wirkstoff gelangt über die Blutgefäße in die Schwellkörper des Penis. Die Muskelzellen in den Schwellkörpern relaxieren, was eine erhöhte Blutzufuhr in den Penis zur Folge hat. Es entsteht eine ca. 30-60 Minuten andauernde Erektion.

Biogene Potenzmittel

Biogene Potenzmittel sind eine mögliche Alternative für Menschen mit Potenzproblemen, die aber chemische Mittel ablehnen. Biogene Stoffe werden nicht durch chemische Syntheseverfahren, sondern sind biologischen oder organischen Ursprungs. Dazu zählen Aminosäuren wie L-Arginin und L-Asparaginsäure oder auch Pflanzenextrakte wie Procyanidin-Extrakt aus der Rinde der französischen Seekiefer und Maca-Extrakt aus der gleichnamigen Pflanze. Die Pflanze stammt aus Südamerika und ist auch als Peru-Gingseng bekannt. Die erektionssteigernden Effekte bei biogenen Mitteln sind nur unzureichend durch klinische Studien belegt. Ein Versuch schadet jedoch nicht. Allerdings braucht man etwas Geduld, denn die Erektionsfähigkeit verbessert sich nur langsam innerhalb von einigen Tagen nach der Einnahme eines biogenen Mittels.

Mechanische Behandlung von Erektionsstörungen

Zu den nichtmedikamentösen Maßnahmen zur Potenzsteigerung zählen insbesondere folgende:

  • Vakuumerektionshilfen: Dabei handelt es sich um ein mechanisches Hilfsmittel um eine fehlende oder zu schwache Erektion zu fördern. Bei dieser Methode kommt eine Vakuumpumpe zum Einsatz. Die elektrisch oder auch manuell betriebene Pumpe erzeugt in einem vorher über den Penis zu streifenden Kunststoffzylinder zunächst einen Unterdruck. Dieser bewirkt dann eine erhöhte Blutzufuhr in die Schwellkörper des Penis, was zu einer Erektion führt. Die Erektion wird über auf die Peniswurzel applizierte sogenannte Erektionsringe aufrechterhalten. Die Erfolgsquote dieser nicht-invasiven Methode wird mit ca. 90 % beschrieben.
  • Schwellkörper-Implantate: Diese nichtmedikamentöse Behandlungsmethode bei Erektionsstörungen bleibt als letztes Mittel übrig, wenn alle anderen Behandlungsmethoden entweder nicht wirken oder aus medizinischen Gründen nicht angewendet werden dürfen. Allerdings erfordern Schwellkörper-Implantate einen operativen Eingriff. Es gibt biegsame und aufpumpbare Implantate. Beide Arten haben Vor- und Nachteile. Das biegsame Implantat ist weniger störanfällig und leichter zu bedienen. Ein Nachteil ist, dass ein konstanter Druck auf die Innenseite des Penis ausgeübt, was dazu führt das dieser immer leicht steif ist. Aufblasbare Implantate erzeugen eine weitestgehend natürliche Erektion und sind nach dem Ablassen der Luft wieder schlaff. Es gibt diese Erektionshilfe auch als hydraulische Schwellkörper-Implantate. Sie benötigen aber ein Flüssigkeitsreservoir im Bauch. Die Flüssigkeit wird in die Schwellkörper des Penis dauerhaft eingesetzte Kunststoffzylindern gepumpt und erzeugt die erwünschte Erektion. Nach dem Geschlechtsverkehr wird die Flüssigkeit über ein Ventil wieder in das Reservoir zurückgeführt. Die größere Komplexität der hydraulischen Schwellkörper-Implantate ist gleichzeitig auch ihr größtes Manko. Durch die verschiedenen Teile sind mehr Fehlfunktionen möglich als bei jedem anderen Implantat. Dennoch sind die meisten Patienten mit diesem dauerhaften mechanischen Potenzmittel sehr zufrieden.

In welchen Fällen werden Potenzmittel von der Krankenkasse erstattet?

Die erektile Dysfunktion gilt in Deutschland zwar als anerkannte Krankheit, eine Übernahme der Behandlungskosten durch die gesetzlichen Krankenkassen ist seit der Gesundheitsreform 2004 in den meisten Fällen aber ausgeschlossen. Im Rahmen dieser Gesetzesänderung wurden alle Potenzmittel mit PDE5-Hemmer (Cialis, Levitra, Spedra, Viagra), dem Wirkstoff Yohimbin sowie die Mittel KAT, MUSE und Vitaros aus dem Leistungskatalog gestrichen. Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sind lediglich noch Hilfsmittel wie die Vakuum-Erektionshilfe oder das Einsetzen von Schwellkörper-Implantaten enthalten. Damit die Kosten aber übernommen werden, muss ein Arzt zunächst eine erektile Dysfunktion diagnostizieren und die entsprechende Behandlung verschreiben. Private Krankenkassen waren von der Gesundheitsreform nicht betroffen. Bei ihnen hängt eine Kostenübernahme vom jeweiligen Vertrag ab. Insbesondere sollte ein Blick in die Ausschlussklauseln geworfen werden, bevor eine Therapie begonnen wird.

Zuletzt noch ein Wort zur Testosteronersatztherapie

Ein zu geringer Testosteronspiegel kann zu einem Nachlassen der Libido führen und damit auch eine Ursache für Erektionsstörungen sein. Für eine Testosteronersatztherapie stehen verschiedene Möglichkeiten wie Injektionen, Kapseln, Depots, Cremes und Gels zur Verfügung. Klinische Studien bescheinigen der Testosteronersatztherapie bei Testosteronmangel positive Effekte auf die Sexualfunktion. Die Verwendung der entsprechenden Präparate birgt aber ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislaufprobleme und darf daher nur unter ärztlicher Aufsicht und auch nur, wenn ein erniedrigte Testosteronspiegel mit entsprechenden Mangel-Symptomen vorliegt.